Auf seiner diesjährigen Sommertour durch‘s Land stoppte Andre Baumann, Staatsekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württembergs, auch an der Blitzenreuter Seenplatte (Landkreis Ravensburg). Dort fand Anfang August das 50. Naturschutz-Jugendzeltlager des Bund Naturschutz Alb-Neckar e. V. in Kooperation mit dem Bund für Naturschutz Oberschwaben e. V. (BNO) statt. Während des zweiwöchigen Zeltlagers leisten junge Menschen Arbeitseinsätze in der Landschaftspflege; in diesem Jahr für den Moorschutz am Häckler Weiher. Am 11. August vor Ort zeigte sich Baumann begeistert vom tatkräftigen Engagement der 23 Jugendlichen. Gemeinsam mit anderen Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung stand er an diesem Tag den Jugendlichen auch Rede und Antwort auf ihre Fragen, insbesondere zu Natur- und Klimaschutzthemen. Mit seinem Besuch würdigte Baumann zugleich im Jubiläumsjahr die Jugendarbeit von BNAN und BNO: Seit 1975 bietet es jungen Menschen einen intensiven Kontakt mit der Natur, die gemeinsamen Erfahrungen und Anstrengungen im Naturschutz stärken das Gemeinschaftsgefühl und das Durchhaltevermögen.
Am 12. August traf Baumann in Linkenheim-Hochstetten (Landkreis Karlsruhe) am Baggersee „Streitköpfle“ ein. Seit rund 30 Jahren wird die Ausbreitung des Nordamerikanischen Ochsenfroschs (Lithobates catesbeianus) hier am nördlichen Oberrhein beobachtet. Der Ochsenfrosch gilt als eine der weltweit 100 problematischsten invasiven Arten und gefährdet massiv einheimische Tierarten. Vor Ort stellte Prof. Dr. Ralph Schill, Zoologe an der Universität Stuttgart und Projektleiter bei aquatil, das laufende Forschungsprojekt von aquatil zur Entwicklung effektiver Bekämpfungsstrategien gegen das Ochsenfroschvorkommen vor. Dazu werden unter anderem adulte Tiere mit Sendern ausgestattet, um ihre Bewegungsmuster zwischen Land und Wasser nachvollziehen zu können. Erstmals in Deutschland kommen auch Artenspürhunde zum Einsatz, um überwinternde Frösche aufzuspüren. Zur Eindämmung der nachtaktiven Ochsenfrösche und deren Kaulquappen kommt es auch regelmäßig zu Fangaktionen durch Taucher*innen. Grundlage dieser von der Naturschutzverwaltung koordinierten Maßnahmen sind europäische Vorgaben zum Umgang mit invasiven Arten für die Erhaltung der Biodiversität. Vor Ort dankte Baumann den zahlreichen Taucher*innen, die mit ihrer Ortskenntnis und ihrem regelmäßigen Einsatz einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Arten leisten, und beteiligte sich an einer weiteren Fangaktion an diesem Abend.
Die Projekte werden mit finanzieller Unterstützung durch die Stiftung Naturschutzfonds durchgeführt.
Staatssekretär zu Besuch
Weiterführende Informationen auf unserer Internetseite:
„50 Jahre Jugendzeltlager“ auf der Unterseite Landesnaturschutzpreis 2024.
Zur Projektvorstellung „Ochsenfroschbekämpfung” der Stiftung Naturschutzfonds
Zur Projektvorstellung „Naturschutz-Jugendzeltlager” der Stiftung Naturschutzfonds