Der Spitzberg bei Tübingen zeichnet sich als besonders wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten aus. Durch Nutzungsauflassung seit den 1960er Jahren sind viele bedeutende Offenlandbiotope heute überwiegend verschwunden. Seither ist der extrem steile Bereich weiter mit Gehölzen zugewachsen. Durch den Verlust der Offenlandbiotope ist die Funktion des Biotopverbunds zwischen den Naturschutzgebieten „Hirschauer Berg“ und „Spitzberg-Ödenburg“ nicht mehr gegeben. Das Projektgebiet liegt im Bereich des Vogelschutzgebiets „Schönbuch“ und ist von drei Seiten vom FFH-Gebiet „Spitzberg, Pfaffenberg, Kochartgraben und Neckar“ umgeben. Da es zwischen den zwei Naturschutzgebieten liegt, zählt das Projektgebiet zur Kernfläche des landesweiten Biotopverbunds für trockene Standorte und einem Wildtierkorridor von nationaler Bedeutung.

Restitution trockenwarmer Lebensräume am Spitzberg
Ziel des Projektes ist es, zwei neue Gewässer - im Segelbachtal in Waldenbuch und im Gewann Buchwiesen in Schönaich - anzulegen. Hierdurch werden insbesondere neue Lebensräume für den Kammmolch und den Laubfrosch geschaffen. Die angelegten Gewässer werden von Ehrenamtlichen der NABU-Ortsgruppe gepflegt. Die zwei neuen Gewässer stellen einen Lückenschluss im Konzept dar und werden als selbständige Maßnahme umgesetzt.
Nach Abschluss der Baggerarbeiten und zu Beginn der „Neubesiedelung“, sind zwei öffentliche Führungen zu den Gewässern vorgesehen. Zusätzlich sind drei Informationstafeln an frequentierten Wanderwegen nahe den Gewässern geplant, die über die „Amphibien-Verbundachse von Böblingen nach Dettenhausen“ und die vorkommenden Arten informieren. Über die Maßnahme wird in der lokalen Presse sowie in sozialen Netzwerken berichtet.
Projektübersicht
- Projektlaufzeit: Oktober 2022 bis Dezember 2025
- Projektträger: Verein zum Erhalt bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e. V. (VEbTiL)
- Zuwendungshöhe: rd. 25.000 Euro
- Finanziert aus: Erträgen der Glücksspirale
- Landkreis: Tübingen





