Wirtsameisenspezifität beim Thymian-Ameisenbläuling

Artenschutz – Biologische Vielfalt

Ein Team aus Lepidopterologen und ein Ameisenforscher widmet sich in den nächsten vier Jahren der Erforschung eines ganz besonderen Schmetterlings: des Thymian-Ameisenbläulings (Phengaris arion).

Die Raupen dieser europarechtlich streng geschützten Art benötigen bestimmte Ameisen als Nahrung. Sie werden von ihnen in deren Bau getragen und „adoptiert“. Eine solch extreme Spezialisierung macht den Schmetterling sehr empfindlich gegenüber Veränderungen seines Lebensraums. In Baden-Württemberg ist er mittlerweile stark gefährdet - europaweit steht er unter Schutz im Rahmen der FFH-Richtlinie.

Eine zentrale Ursache für den Rückgang dieser Schmetterlingsart, so wird aktuell vermutet, könnte der Rückgang seiner Wirtsameisen sein, möglicherweise verstärkt durch die Klimaerwärmung und zunehmende Dürreperioden.

Doch welche Ameisenarten nutzt der Bläuling wirklich? Genau das soll mit dem Forschungsprojekt in den kommenden vier Jahren herausgefunden werden. Dazu werden Raupen des Thymian-Ameisenbläulings unter Laborbedingungen aufgezogen und zur Adoption freigegeben. Mit speziellen Schlupffallen über den Eingängen zuvor detektierter Ameisennester wird untersucht, welche Arten als Wirte dienen und wie sich das regional unterscheidet. Dabei müssen zunächst die Eingänge von Myrmica-Nestern im Gelände bestimmt sowie Eier des Thymian-Ameisenbläulings im Freiland gesammelt werden. 

Die genaue Kenntnis der Wirtsameisenarten ist sehr wichtig, um die ökologischen Ansprüche der Ameisen wie Bodenfeuchte oder Vegetationshöhe analysieren zu können. Diese Studienergebnisse liefern das relevante Handwerkszeug für die Naturschutzpraxis, um die Biotoppflege optimal anzupassen. In einem finalen Handlungsleitfaden werden alle Ergebnisse zusammengefasst, um praxisnahe Pflegeempfehlungen für die entsprechenden Biotope zu geben. 

Projektübersicht

  • Projektlaufzeit: April 2025 bis März 2029
  • Projektträger: Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
  • Zuwendungshöhe: 199.520 Euro
  • Finanziert aus: Erträgen der GlücksSpirale
  • Landkreise: Esslingen und Lörrach