Habitataufwertung für Limikolen im Naturschutzgebiet Elzwiesen

Artenschutz – Biologische Vielfalt

Die Elzwiesen sind Brutgebiet des Großen Brachvogels, jedoch mit abnehmender Tendenz der Brutpaare. Vom Kiebitz gab es bis vor Kurzem nur noch ein Brutpaar. Beide Arten sind auch landesweit in ungünstigem Zustand, weshalb dem Land Baden-Württemberg hier eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt zukommt. Zudem finden durch die Wiesenwässerung zahlreiche Limikolen (Watvögel) ideale Rastbedingungen während des Vogelzugs. 

Ziel des Projektes ist die Wiederherstellung günstiger Habitatbedingungen im Vogelschutzgebiet „Elzniederung zwischen Kenzingen und Rust“ für diese beiden Arten sowie weitere Limikolenarten. Limikolen leben am oder in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Der Große Brachvogel kann auch in extensiven Grünlandgebieten gute Habitatbedingungen finden, profitiert jedoch von wasserführenden Gräben oder Flutmulden.

Im Vergleich zu anderen Brutgebieten in Baden-Württemberg besteht in den Elzwiesen eine Sondersituation: Der Grundwasserspiegel liegt 3 - 4 Meter unter Flur, der Feuchtigkeitshaushalt ist ausschließlich von der traditionellen Wiesenwässerung oder Niederschlägen abhängig. In den letzten Jahren fielen jedoch Trockenperioden sowohl mit dem Frühjahrsvogelzug wie auch der Brutsaison zusammen. Die Sommerwässerung musste in den letzten Jahren zunehmend komplett ausgesetzt werden.

Im Rahmen des Projektes werden die Habitatbedingungen verbessert, indem vorhandene Flutmulden optimiert und fünf neue - im Gebiet verteilt - angelegt wurden. Zur Wasserbeschickung über das Frühjahr und den Sommer wurden alle neuen sowie zwei vorhandene Flutmulden mit Solar-Grundwasserpumpen ausgestattet. Diese Variante wurde gewählt, da aufgrund der geringen Frühjahrsniederschläge eine Speisung der Flutmulden allein durch Niederschlagswasser nicht ausreichend und eine Anbindung an Oberflächengewässer in weiten Teilen der Elzwiesen nicht machbar ist. Durch die Wiesenwässerung wird das Grundwasser in den Elzwiesen erheblich angereichert, dazu im Verhältnis ist die Entnahme durch die Grundwasserpumpen gering. 

Zudem wurden Fichtengehölze entnommen, um deren (störende) Kulissenwirkung für Wiesenbrüter zu verringern und somit bessere Voraussetzungen für Bruten zu schaffen. Des Weiteren wurden ein Kiebitzacker angelegt sowie Schwarzbrachen als Feldlerchenfenster belassen.

2022 brütete ein Brachvogel-Paar in den Elzwiesen; die Brut wurde jedoch von einem Prädator ausgenommen. 2023 brüteten zwei Brachvogel-Paare erfolgreich und es wurden eines bzw. drei Jungvögel flügge. 2024 wurden drei junge Brachvogel flügge, die alle aus einem Gelege stammten. Ein zweites Brachvogelpaar blieb ohne Bruterfolg.

Weiterführende Informationen

  • Projektlaufzeit: April 2020 bis Dezember 2025
  • Projektträgerin: Regierungspräsidium Freiburg, Referat 56
  • Finanzierungshöhe: rund 170.000 Euro
  • Finanziert aus: Ersatzzahlungen
  • Landkreis: Emmendingen, Ortenaukreis