Feuchtgebietskomplex Nesselwanger Ried bei Überlingen

Artenschutz – Biologische Vielfalt

Die Stadt Überlingen hat in 2014 und 2015 einen neuen Feuchtgebietskomplex im Nesselwanger Ried bei Überlingen-Nesselwangen angelegt. Das Projektgebiet umfasst die Flurstücke 645 und 646/1 (Gemarkung Nesselwangen) mit einer Größe von rund 2,7 Hektar und ist im Eigentum der Stadt Überlingen. Entstanden ist ein rund 1,45 Hektar großes Stillgewässer mit Brutinseln, Schutzgräben, unterschiedlichen Tiefenzonen und einem temporären Überflutungsbereich. Zur Offenhaltung und extensiven Pflege des Gewässerumfelds wurde eine Beweidung mit Hinterwälder Rindern eingerichtet. Dazu erfolgte der Bau eines 1.000 Meter langen Festzauns.
Die Bauarbeiten im Gelände wurden von Anfang Februar bis Mitte März 2015 durchgeführt. Zu Beginn fand am 4. Februar 2015 ein Pressetermin (Spatenstich) mit den Projektbeteiligten statt. Nach Abschluss aller Arbeiten wurde das Projekt am 28. September 2015 mit rund 80 Gästen offiziell eingeweiht.

Inseln und Schilfröhricht bieten ungestörte Brutmöglichkeiten, Rast- und Ruhebereiche für Vögel. In ausgedehnten Flachwasserzonen setzen Amphibien und Libellen ihre Eier ab. Ideal ergänzt werden die Stillgewässerlebensräume durch umliegende Feuchtwiesen, die mit Hinterwälder Rindern extensiv beweidet werden. Im Nesselwanger Ried wurde durch das Projekt eine Fläche von über vier Hektar ökologisch aufgewertet. Bereits wenige Wochen nach Abschluss der Bauarbeiten besiedelten die ersten Graugänse den neuen Nesselwanger Weiher und auf den angrenzenden Weideflächen suchten Weißstörche nach Nahrung. Eine Besucherplattform mit Informationstafel bietet Naturerlebnismöglichkeiten und macht das Projekt zu einem attraktiven Baustein für die Landesgartenschau Überlingen in 2020. Naturerlebnisstandorte sollen die Kernstadt mit den Ortsteilen verbinden und die besondere Kulturlandschaft rund um Überlingen in das Landesgartenschaukonzept integrieren.

Das Projekt ist Teil des Biotopverbunds Bodensee. Folgende weitere Projekte konnten mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds und der Heinz Sielmann Stiftung im Biotopverbund Bodensee realisiert werden:

  • Zukunftswerkstatt „Sipplinger Steiluferlandschaft - Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans
  • Storch und Stier im wiedervernässten Urstromtal „Elsegg“
  • Erweiterung Storch und Stier im wiedervernässten Urstromtal „Elsegg“
  • Renaturierung Bächlebach
  • Stillgewässerrevitalisierung als Impulsprojekt zur Umsetzung des Landesbiotopverbunds in der Gemeinde Aach
  • Stillgewässeranlage zur Aufwertung einer Biotopverbundachse bei Rielasingen-Worblingen
  • Aufbau eines Weideprojekts zur Förderung wärmeliebender Tiere und Pflanzen im Rahmen des Biotopverbundes Bodensee
  • Anlage einer Flachwasserzone für Waatvögel 

Projektübersicht

  • Projektlaufzeit: April 2014 bis Dezember 2015
  • Projektträger: Stadt Überlingen
  • Zuwendungshöhe: rund 115.000 Euro
  • Finanziert aus: Ersatzzahlungen
  • Landkreis: Bodenseekreis