Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) zählt zu den besonders und streng geschützten Kleinsäugerarten aus der Familie der Bilche. Ihr Erhaltungszustand wird in Baden-Württemberg als ungünstig-unzureichend eingeschätzt. Es gibt erhebliche Wissenslücken in Bezug auf das Einschätzen von Lebensraumqualität, Nachweissicherheit sowie der Wirksamkeit von Maßnahmen zum Schutz der Haselmaus.
Die Bedeutung vom Kronendach als Lebensraum für die Haselmaus ist aufgrund der gängigen Erfassungsmethoden - Ausbringen von Nisthilfen ausschließlich in der Höhe der Strauchschicht - schwer einzuschätzen und ein systematischer Erfassungsfehler nicht auszuschließen. Dadurch könnte es im Bereich der Maßnahmenumsetzung zu gravierenden Folgen für die betroffenen Haselmauspopulationen infolge von Fehleinschätzungen zur Habitatqualität kommen.
Das vorliegende Projekt setzt an dieser Problematik an und verfolgt in einem ersten Untersuchungsteil das Ziel, neue praxistaugliche Methoden zu entwickeln, mit denen die Haselmaus auch im Kronenraum zuverlässig erfasst werden kann. Dazu werden mit verschiedenen Erfassungsmethoden die Baum- und Strauchschicht kartiert und der Einfluss von vertikaler Waldstruktur und weiteren Habitatparametern, wie das Angebot natürlicher Nistmöglichkeiten, auf die Nachweisdichte untersucht.

Effektiver Haselmausschutz: Studien zur Erfassungsmethodik, Habitatnutzung und dem Einsatz von Querungshilfen
Nicht ausreichend sind zudem die Kenntnisse über Maßnahmen, die der zunehmenden Lebensraumzerschneidung für Haselmauspopulationen effektiv entgegenwirken. Grünbrücken werden nachweislich von der Haselmaus genutzt. Querungshilfen für kleinere Barrieren wie Zugtrassen oder einspurige Straßen, z. B. durch Unterführungen, fehlen jedoch häufig.
In einem zweiten Teil des Projektes wird untersucht, welche Querungshilfen sich eignen, um kostengünstig und zukünftig in einem größeren Umfang die Zerschneidungswirkung zu minimieren. Dafür werden Querungshilfen konstruiert und in zerschnittenen Haselmauslebensräumen ausgebracht und auf Nutzung durch die Haselmaus untersucht.
Basierend auf diesen Ergebnissen sollen fundierte Empfehlungen für zukünftige Haselmauserfassungen, Maßnahmenkonzepte und Schutzprogramme abgeleitet werden.
Projektübersicht
- Projektlaufzeit: Juni 2024 bis Dezember 2026
- Projektträger: Regierungspräsidium Freiburg, Referat 56
- Zuwendungshöhe: 131.512 Euro
- Finanziert aus: Erträgen der GlücksSpirale
- Stadtkreis/Landkreis: Freiburg



