Bedeutung von Linsenäckern und Blühflächen zur Förderung der Biologischen Vielfalt auf Ackerstandorten des Biosphärengebiets Schwäbische Alb

Artenschutz – Biologische Vielfalt

Die Ursachen für den massiven Artenrückgang sind vielfältig - die Intensivierung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ziel des Projektes ist es, grundlegendes Wissen speziell über die Bedeutung von Linsenkulturen und Blühflächen zur Förderung der Biologischen Vielfalt auf Ackerstandorten zu generieren.

Auf insgesamt 24 Untersuchungsflächen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurden insbesondere die tierökologischen Auswirkungen untersucht. Naturschutzfachlich bedeutsame Artengruppen wie Primärproduzenten (Vegetation), Prädatoren am Boden (Laufkäfer und Spinnen) und die Blütenbesucher (Bienen und Tagfalter), welche unterschiedliche Funktionen im Agrarökosystem wahrnehmen und wichtige Ökosystemdienstleistungen, insbesondere der Schädlingskontrolle und Bestäubung erbringen, wurden untersucht. Zudem werden die Auswirkungen der konventionellen und ökologischen Landnutzung vergleichend betrachtet, da die Blühflächen als Maßnahme der Biodiversitätsförderung auf den konventionellen Landbau ausgerichtet und die Linsenäcker als potentielle Biodiversitätsfördermaßnahme hauptsächlich im ökologischen Landbau anzutreffen sind.

Nach weiteren vier Jahren Arbeit ist ein Praxishandbuch entstanden, welches die wesentlichen Zusammenhänge zwischen Nutzpflanzen im Obst- und Gemüseanbau und Bestäubern beleuchtet. Das Buch erläutert anhand bebilderter Steckbriefe von Apfel, Kirsche und Co., welche Wildbienenarten (und selten andere Insekten) hinter der jeweiligen Bestäubungsleistung stehen. Zudem zeigt das Buch, welche praktischen Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Wildbienenarten beitragen, um die Erträge von Früchten zu steigern und welche Maßnahmen nötig sind oder was es unbedingt zu erhalten gilt, um den Wildbienen Lebensräume zu bieten. Die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen bereiten einer ertragreichen Land- und Gartennutzung den Weg und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.

Projektübersicht

  • Projektlaufzeit: Mai 2017 bis April 2019
  • Projektträger: Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
  • Zuwendungshöhe: rund 110.000 Euro
  • Finanziert aus: Erträgen der Glücksspirale
  • Landkreis: Reutlingen, Alb-Donau-Kreis